Was die führenden Ernährungsgesellschaften über eine rein pflanzliche Ernährung sagen
DGE https://www.dge.de; DGS https://www.dgs.pt; DC https://www.dietitians.ca; BNF https://www.nutrition.org.uk

Was die führenden Ernährungsgesellschaften über eine rein pflanzliche Ernährung sagen

In Zeiten in denen JEDER Ernährungsempfehlungen ausspricht, suchen noch viel zu wenig Menschen auf der ganzen Welt Rat bei den jeweiligen Ernährungsgesellschaften. In Deutschland sollte, neben ausgebildeten Fachkräften, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) erster Ansprechpartner rund um das Thema Ernährung sein. In diesem Post soll geklärt werden wie die DGE zur pflanzlichen Ernährung steht und wieso eine vegane Ernährung größtenteils weltweit empfohlen wird.

Trotz der folgenden wissenschaftlichen Erkenntnissen kursieren immer noch viele Unwahrheiten und Mythen rund um die vegane bzw. überwiegend pflanzliche Ernährung.1

Aber auch von offizieller Seite werden, deutlich begründeter, Zweifel an einer ausschließlich pflanzlichen Ernährung laut. So nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) einen kritischen und mehrere potenziell kritische Nährstoffe in einer veganen (rein pflanzlichen) Ernährung. Sie empfiehlt deshalb, gerade Risikogruppen keine vegane Ernährungsform. So heißt es wortwörtlich in der Zusammenfassung:

„Bei einer rein pflanzlichen Ernährung ist eine ausreichende Versorgung mit einigen Nährstoffen nicht oder nur schwer möglich. Der kritischste Nährstoff ist Vitamin B12. Zu den potenziell kritischen Nährstoffen bei veganer Ernährung gehören außerdem Protein bzw. unentbehrliche Aminosäuren und langkettige n3-Fettsäuren sowie weitere Vitamine (Riboflavin, Vitamin D) und Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen). Für Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche wird eine vegane Ernährung von der DGE nicht empfohlen.“2

aus dem DGE-Positionspapier zur veganen Ernährung

Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SEG) teilt diese Meinung, vor allem in Bezug auf die zu Letzt genannten Risikogruppen. In einer Pressemitteilung empfiehlt sie ebenfalls keine rein pflanzliche Ernährung für die Allgemeinbevölkerung.3 Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖEG) hingegen verweist, neben der Stellungnahme der DGE, auch auf das Positionspapier der amerikanischen Academy of Nutrition and Dietetics (AND), welche eine gut geplante, vegane Ernährung als gesund und bedarfsgerecht einschätzt.4, 5 Die ÖEG bleibt in der Betrachtung der rein pflanzlichen Ernährung neutral und benennt sowohl mögliche gesundheitliche Vor- als auch Nachteile.6 Auch die Direção-Geral da Saúde (DGS), die portugiesische Ernährungsgesellschaft, veröffentlichte 2015 eine Stellungnahme, in der sie u. A. eine richtig geplante, vegane Ernährungsweise als gesund und in jeder Phase des Lebenszyklus bedarfsdeckend ansieht.7 Die Kanadier, genauer gesagt die Dietitians of Canada (CD) betonen sogar explizit, dass eine vegane Ernährung den menschlichen Nährstoffbedarf in jeder Phase des Lebens inklusive der Schwangerschaft, Stillzeit und des Seniorenalters deckt.8, 9 Das National Health and Medical Research Council of Australia (NHMRC) sieht eine vegane Ernährung ebenfalls als gesund und Nährstoffbedarfsdeckend an, solange auch der Kalorienbedarf gedeckt und eine angemessene Vielfalt an pflanzlichen Lebensmitteln über den Tag verteilt konsumiert wird.10 Und auch Großbritannien bezog schon 2005 Position zu einer rein pflanzlichen Ernährung. Die British Nutrition Foundation (BNF) sieht eine gut geplante, ausgewogene vegane Ernährung als „ernährungsphysiologisch angemessen“ an und ergänzt, dass Studien gezeigt haben, dass das Wachstum und die Entwicklung von vegetarisch und veganen Kindern aus Großbritannien im Normalbereich lagen.11

Neben diesen Stellungsnahmen zur Bedarfsdeckung, erwähnen fünf von sechs Ernährungsgesellschaften zusätzlich mögliche gesundheitliche Vorteile einer pflanzlichen Ernährung in der Prävention und Therapie einiger Erkrankungen.So verweist die DGE in ihrem Positionspapier beispielsweise auf wissenschaftliche Untersuchungen und eigene Stellungnahmen die belegen, dass ballaststoffreiches Vollkorngetreide sowie Obst und Gemüse viele Krankheitsrisiken, wie beispielsweise für Adipositas, Herzerkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes Mellitus Typ-2, senken.12, 13, 14 Ebenso werden Studien zitiert, welche den Konsum von rotem Fleisch aber auch insgesamt Fleischerzeugnissen als risikoerhöhend für viele Krankheiten ansehen.15, 16, 17 Die Ernährungsgesellschaft Amerikas sieht eine gut geplante vegane Ernährung ebenfalls mit gesundheitlichen Vorteilen in der Prävention und Therapie einiger Erkrankungen.18 Auch die DGS (Portugal) verbindet die richtig geplante vegane Ernährung mit der effektiven Prävention und Therapie einiger chronischer Erkrankungen.19 Die Kanadier, genauer gesagt die DC wird sogar noch präziser. Sie erklärt, dass eine gesunde vegane Ernährung viele gesundheitliche Vorteile wie geringere Raten an Adipositas, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Diabetes Mellitus Typ-2 und an einigen Krebsarten bietet.20 Und auch die Ernährungsgesellschaft Großbritanniens, die BNF, verweist auf wissenschaftliche Literatur, die bestätigt, dass Veganer im Schnitt einen geringeren BMI 21, 22, bessere Blutfettwerte.23, 24und niedrigeren Blutdruck25 aufweisen und so vor allem ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.26

Da die hier aufgeführten Zitate nur Ausschnitte der Stellungsnahmen der einzelnen Ernährungsgesellschaften sind, sollte auch hier an dieser Stelle an die Mündigkeit und Eigenständigkeit des interessierten Lesers appelliert werden. Wie Niko Rittenau in seinem Buch „Vegan-Klischee ade!“27 mit leichtem österreichischem Slang schreibt, sollten diese deshalb in der „Gänze“ durchgelesen werden, um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen. Am Beispiel des DGE-Positionspapiers lassen sich solche Missverständnisse hervorragend aufzeigen. Liest man hier über die Zusammenfassung hinaus, so lässt sich klar erkennen, dass die Autoren grundsätzlich einen sehr guten zusammenfassenden Bericht über die Datenlage zur veganen Ernährung erstellt haben, welcher auch viele Vorteile einer pflanzlichen Ernährung beleuchtet. So kann laut der DGE angenommen werden, „dass eine pflanzenbetonte Ernährungsform (mit oder ohne einem geringen Fleischanteil) gegenüber der derzeitig in Deutschland üblichen Ernährung mit einer Risikosenkung für ernährungsmitbedingte Krankheiten verbunden ist.“28 Sie schreiben weiterhin, dass jede Ernährungsweise, die die essenzielle Nährstoffe und Energie nicht bedarfsgerecht zuführt, ungünstig auf die Gesundheit wirken kann. Und sie erkennen auch prinzipiell an, dass eine vegane Ernährung bedarfsgerecht sein kann, wenn folgende Punkte eingehalten werden:

– dauerhafte Einnahme eines Vitamin-B12-Präperats sowie die regelmäßige ärztliche Überprüfung der Versorgung mit B12
– sehr gezielte Auswahl an nährstoffdichten und angereicherten Lebensmittel um die Versorgung mit den genannten kritischen Nährstoffen sicherzustellen
– Beratung durch eine qualifizierte Ernährungsfachkraft
29, 30

aus dem DGE-Positionspapier zur veganen Ernährung

Eine Stichprobenbefragung des Bundesinstituts für Risikobewertung hat im April 2016 übrigens ergeben, dass dem Großteil der vegan lebenden Menschen die kritischen und potenziell kritischen Nährstoffe ihrer Ernährung bekannt sind und sie das davon ausgehende Risiko mit Nahrungsergänzungsmitteln minimieren.31
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die offiziellen Stimmen der Ernährungsgesellschaften im Kontext gesehen werden sollten und auch eher kritische Papiere wie beispielsweise jenes der DGE oder der schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE), wie vielleicht fälschlich angenommen, keine klare Ablehnung einer ausschließlich pflanzlichen Ernährung darstellen.

Die führenden Ernährungsgesellschaften sind sich demnach nicht zu 100 % einig, was eine rein pflanzliche Ernährung angeht. Ein überwiegender Teil empfiehlt dennoch, aufgrund der vielen Vorteile, eine gut geplante, ausgewogene pflanzliche Ernährung, auch für die genannten Risikogruppen. Und statt auf die kleinen Unterschiede der einzelnen Aussagen einzugehen, sollte sich lieber auf die Gemeinsamkeiten fokussiert werden, wie beispielweise, dass die hier aufgeführten Ernährungsgesellschaften alle eine gut geplante, ausgewogene und zumindest überwiegend pflanzliche Ernährung empfehlen. Sie betonen jedoch alle, dass diese, wie auch jede mischköstliche Ernährungsform, „gut geplant“ und „ausgewogen“ gestaltet werden muss.

Aber keine Sorge, Essen soll und wird, zumindest am Esstisch, keine Wissenschaft werden. Es gibt fünf Hauptlebensmittelgruppen, die täglich überwiegend Bestandteil des eigenen Speiseplans sein sollten, da mit diesen eine Deckung der meisten kritischen und ohnehin unkritischen Nährstoffe federleicht möglich ist. Zu diesen zählen Hülsenfrüchte, Nüsse & Samen, Vollkorngetreide sowie Obst und Gemüse.32, 33, 34 Werden diese Tag für Tag erfolgreich in den eigenen Speiseplan inkludiert und zusätzlich gezielt mit Algen, angereicherten Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln kombiniert, so steht einer optimalen Versorgung, sowohl in einer mischköstlichen als auch während einer rein pflanzlichen Ernährung nichts mehr im Wege.35

Photos by Tom Hermans, ja ma, Wesual Click, Brooke Lark, Gaelle Marcel, Daniel Hansen, Cathal Mac an Bheatha on Unsplash


Logos:

DGE https://www.dge.de
DGS https://www.dgs.pt
DC https://www.dietitians.ca
BNF https://www.nutrition.org.uk

1Rittenau N. (2018): Vegan-Klischee ade! Wissenschaftliche Antworten auf kritische Fragen zu veganer Ernährung. 1. Auflage. Mainz: Ventil Verlag *

2Richter M, Boeing H, Grünewald- Funk D, Heseker H, Kroke A, Leschik-Bonnet E, Oberritter H, Strohm D, Watzl B for the German Nutrition Society (DGE) (2016) Vegan diet. Position of the German Nutrition Society (DGE). Ernahrungs Umschau 63(04): 92– 102. Erratum in: 63(05): M262

3Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (2016): Wissen, was essen. – Vegane Ernährung. Der Diskurs geht weiter. Zugriff am 21.September 2018. Verfügbar unter https://bit.ly/2tVfU4B

4Österreichische Gesellschaft für Ernährung (2014): Vegane Ernährung – Gesundheitliche Vorteile und Risiken. Zugriff am 21.September 2018. Verfügbar unter https://bit.ly/2lXiG4J

5Melina V. Craig WJ, Levin S. (2016): Position of the American Dietetic Association: vegetarian diets. J Acad Nutr Diet 16(12) 1970-1980 

6Österreichische Gesellschaft für Ernährung (2014): Vegane Ernährung – Gesundheitliche Vorteile und Risiken. Zugriff am 21.September 2018. Verfügbar unter https://bit.ly/2lXiG4J

7National Programme for the Promotion of a Healthy Diet, Direção-Geral da Saúde (Hg). Guidelines for a healthy vegetarian diet. Lissabon (2015) 

8Dietitans of Canada (2014): Healthy eating guidelines for vegans. Zugriff am 21.September 2018. Verfügbar unter https://bit.ly/2LwC3fM

9Amit M (2010) Vegetarian diets in children and adolescents. Paediatr Child Health 15: 303–314 [reaffirmed 2014] 

10National Health and Medical Research Council (Hg). Eat for health. Australian dietary guidelines. National Health and Medical Research Council, Canberra (2013) 

11British Nutrition Foundation (2005): Vegetarian nutrition. Zugriff am 21. September 2018. Verfügbar unter https://bit.ly/2k8x0rw

12Richter M, Boeing H, Grünewald- Funk D, Heseker H, Kroke A, Leschik-Bonnet E, Oberritter H, Strohm D, Watzl B for the German Nutrition Society (DGE) (2016) Vegan diet. Position of the German Nutrition Society (DGE). Ernahrungs Umschau 63(04): 92– 102. Erratum in: 63(05): M262

13H. Boeing, A. Bechthold et al. (2012): Critical review: vegetables and fruit in the prevention of chronic diseases. Eur J Clin Nutr 51: 637–663

14Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (2011). Kohlenhydratzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten – Evidenzbasierte Leitlinie. Bonn (2011). Zugriff am 23. September 2018. Verfügbar unter https://bit.ly/2QYoUQq

15V. Bouvard, D. Loomis et al. (2015): Carcinogenicity of consumption of red and processed meat. Lancet Oncol 16: 1599–1600

16H. Boeing (2012): Prävention durch Ernährung. In: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hg). 12. Ernährungsbericht 2012, Bonn, S. 319–354

17World Cancer Research Fund (WCRF), American Institute for Cancer Research (AICR) (2007): Food, nutrition, physical activity, and the prevention of cancer: a global perspective. Washington DC

18Melina V. Craig WJ, Levin S. (2016): Position of the American Dietetic Association: vegetarian diets. J Acad Nutr Diet 16(12) 1970-1980

19National Programme for the Promotion of a Healthy Diet, Direção-Geral da Saúde (Hg). Guidelines for a healthy vegetarian diet. Lissabon (2015)

20Dietitans of Canada (2014): Healthy eating guidelines for vegans. Zugriff am 21.September 2018. Verfügbar unter https://bit.ly/2LwC3fM

21Sanders T & Manning J (1992): The growth and development of vegan children. Journal of Human Nutrition and Dietetics 5: 11– 21. 

22Appleby P, Davey G & Key T (2002): Hypertension and blood pres- sure among meat eaters, fish eaters, vegetarians and vegans in EPIC- Oxford. Public Health Nutrition 5: 645–54. 

23Sanders T & Reddy S (1994): Nutritional implications of a meatless diet. Proceedings of the Nutrition Society 53: 297–307. 

24Thorogood M (1995): The epidemiology of vegetarianism and health. Nutrition Research Reviews 8: 179–92. 

25Appleby P, Davey G & Key T (2002): Hypertension and blood pres- sure among meat eaters, fish eaters, vegetarians and vegans in EPIC- Oxford. Public Health Nutrition 5: 645–54.

26British Nutrition Foundation (2005): Vegetarian nutrition. Zugriff am 21. September 2018. Verfügbar unter https://bit.ly/2k8x0rw

27Rittenau N. (2018): Vegan-Klischee ade! Wissenschaftliche Antworten auf kritische Fragen zu veganer Ernährung. 1. Auflage. Mainz: Ventil Verlag, 12*

28Richter M, Boeing H, Grünewald- Funk D, Heseker H, Kroke A, Leschik-Bonnet E, Oberritter H, Strohm D, Watzl B for the German Nutrition Society (DGE) (2016) Vegan diet. Position of the German Nutrition Society (DGE). Ernahrungs Umschau 63(04): 92– 102. Erratum in: 63(05): M262

29Ebd.

30Koordinierungskreis zur Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung und Ernährungs-bildung (Hg). Rahmenvereinbarung zur Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung und Ernährungsbildung in Deutschland. In der Fassung vom 16.06.2014 (2015). Zugriff am 21. September 2018. Verfügbar unter https://bit.ly/2zlpXTu

31Epp A. (2016): Vegan – Risiken durch einen neuen Ernährungsstil. Zugriff am 23. September 2018. Verfügbar unter https://bit.ly/2cEhC0V

32Richter M, Boeing H, Grünewald- Funk D, Heseker H, Kroke A, Leschik-Bonnet E, Oberritter H, Strohm D, Watzl B for the German Nutrition Society (DGE) (2016) Vegan diet. Position of the German Nutrition Society (DGE). Ernahrungs Umschau 63(04): 92– 102. Erratum in: 63(05): M262

33Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (2017): Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. Zugriff am 23. September 2018. Verfügbar unter https://bit.ly/2nZ7SSo

34Messina V. (2017): Vegan for Her – der pflanzenbasierte Ernährungsratgeber für Frauen. Kandern: Unimedica, 45

35 World Health Organisation (WHO) (2015): Healthy Diets – Fact Sheet N°394. Zugriff am 23. September 2018. Verfügbar unter https://bit.ly/2Fxuxzn 


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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Hallo Tim,

    danke für den ausführlichen Überblick über die Aussagen verschiedener Ernährungsgesellschaften. Es gefällt mir gut, mehr auf das Gemeinsame zu schauen als auf das Trennende. Dass eine ausgewogene, pflanzenbetonte Kost die beste Wahl ist, ist derzeit wohl unstrittig. Aus meiner Sicht wäre schon viel geholfen, wenn deutlich weniger Fleisch konsumiert werden würde.
    Wer sich vegan ernähren möchte, sollte wissen, das dazu Wissen und Planung gehört. Mir persönlich behagt eine Ernährung, die nur mit Nahrungsergänzungsmitteln funktioniert dagegen nicht. Ich meine, das kann nicht unsere Empfehlung für alle sein.

    1. Hallo Corinna,

      vielen Dank für Dein Kommentar. Das erste auf dieser Webseite. Das Gemeinsame hervorzuheben, war und ist auch ein großes Ziel dieses Beitrags. Und auch aus meiner Sicht, wäre der Umwelt und vor allem der Gesundheit schon viel geholfen, wenn deutlich weniger Fleisch konsumiert werden würde. Das Ziel von ProVeg (ehemals VEBU – Vegetarierbund) ist beispielsweise bis 2040 den Fleischkonsum zu halbieren. Dies kann entweder durch den sehr unwahrscheinlichen Fall erreicht werden, in dem die Hälfte der Menschheit vegan lebt oder durch den viel plausibleren Ansatz, dass jeder seinen eigenen Fleischkonsum im Schnitt halbiert.
      Auch Deine Argumentation sich mit den Nahrungsergänzungsmittel verstehe ich, würde es jedoch gerne noch etwas differenziert betrachten. Viele kritische Nährstoffe, die die DGE nennt, werden durch unsere überwiegend konventionelle (Massen)Tierhaltung selbst für die Tieren zum kritischen Nährstoff und dem Futter zugesetzt. Aber bevor wir über so etwas diskutieren, betone Ich immer wieder lieber die Empfehlung nach einer überwiegend pflanzlichen Ernährung, die mit tierischen Produkten effektiv ergänzt wird.

  2. Oh, super, dass ich die erste Kommentatorin bei euch bin.:-)
    Und inhaltlich sind wir uns anscheinend auch ziemlich einig.
    Das Thema mit den kritischen Nährstoffen, die bei konventionell gehaltenen Tieren supplemen-tiert werden müssen, würde mich interessieren. Magst du nicht darüber etwas schreiben, möglichst mit Quellen?

  3. Sehr gerne und natürlich immer mit Referenzen. 🙂 Halbwahrheiten mag, nicht nur in der Ernährungswissenschaft, niemand!

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